Grazer Keplerspatzen

Einige Konzerte der vergangenen Jahre

31. Mai 2026 - Turnsaal Keplergymnasium, Graz

Voices & Tales

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19. April 2026 - Herz-Jesu Kirche, Graz

Gedenkkonzert Onkel Fritz

W.A.Mozart: Requiem
J.Runestad: Footprints
D. Willcocks: Sing

Beinahe ein Jahr nach seinem Tod und kurz nach seinem 95. Geburtstag gedachten die Grazer Keplerspatzen ihres Gründers und langjährigen Leiters Fritz Haselwander, liebevoll „Onkel Fritz" genannt.

Als er 1967 am Keplergymnasium einen Knabenchor ins Leben rief, legte er den Grundstein für etwas, das weit über die Musik hinausreichen sollte. Über Jahrzehnte formte er, zunächst als aktiver Chorleiter, nach der Übergabe an Ulrich Höhs im Jahre 1993 als unermüdlicher Begleiter und väterlicher Freund, Generationen von Chorsängerinnen und Chorsängern: musikalisch, menschlich, und durch jenes Gemeinschaftsgefühl, das den Chor für viele seiner Mitglieder zu einer zweiten Familie werden ließ.
Die Spuren, die Onkel Fritz hinterlassen hat, sind tief und zahlreich.

Sein Herzensprojekt, untrennbar mit seinem Schaffen verbunden, war zweifelsohne Mozarts Requiem: ein Werk, das er jährlich zur Aufführung brachte und das ihm zu Ehren seine Spatzen an diesem Abend erklingen ließen. Diese letzte Komposition Mozarts aus dem Jahr 1791 entstand im Auftrag eines Wiener Grafen und wurde von Franz Xaver Süssmayr vollendet. Das Werk ist ein Kaleidoskop menschlicher Empfindungen im Angesicht des Todes: Trauer und Trost, Wut und Hoffnung, die Schrecken des Jüngsten Tages und die Sehnsucht nach ewigem Frieden, umrahmt von der Bitte der Gläubigen um Seelenruhe für die Verstorbenen.

Bereichert wurde das Programm durch Footprints des amerikanischen Komponisten Jake Runestad, ein erst im Jahr 2025 entstandenes Werk, das das Requiem überaus trefflich ergänzte. Runestad vertont darin Gedichte des lateinamerikanischen Dichters Humberto Ak'abal und kreist um eine einfache, tiefgründige Wahrheit: Jeder Schritt, den wir machen, trägt die Spuren derer, die vor uns gegangen sind, nicht als Geister einer vergangenen Zeit, sondern als Begleiter, untrennbar mit unserer Gegenwart verwoben. Es fällt schwer, in diesen Worten nicht einen Widerhall dessen zu erkennen, was Onkel Fritz für die Keplerspatzen bedeutet.

Den festlichen Auftakt bildete David Willcocks' Sing!, ein jubelndes Chorstück über Charles-Marie Widors berühmte Toccata und eine Bekräftigung dessen, wofür Onkel Fritz zeitlebens stand: die Freude am gemeinsamen Singen. 
Sopran: Martina Hetzenauer 
Alt: Christiane Döcker 
Tenor: Mario Lerchenberger 
Bass: Wilfried Zelinka 

Isochron Ensemble 
Orgel: Aleksey Vylegzhanin 

Leitung: Ulrich Höhs

8. Februar 2026 - Turnsaal Keplergymnasium, Graz

Heiteres & Weiteres

Rechtzeitig vor dem Höhepunkt der diesjährigen Faschingszeit gestalteten die Grazer Keplerspatzen einen ganz besonderen Liederabend. In dieser Zeit, in der die gewohnte Ordnung spielerisch auf den Kopf gestellt wird, tritt der Ernst etwas in den Hintergrund, um dem Heiteren (und dem Weiteren) Platz zu machen. Da sind Späße und Verkleidungen nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht: Und das nahmen die Spatzen mit Freude beim Wort! Der Chor schlüpfte in zahlreiche musikalische Kostüme. Zu Beginn gleich gab er sich als Renaissance-Ensemble, das in einem lautmalerischen Madrigal einen kleinen Plagegeist („Der Floh“) besang, welcher „kitzelt und bitzelt, krabbelt und zappelt". Sodann verkleidete er sich als Mozart und seine exzentrischen Freunde und ließ in „Caro mio Druck und Schluck" Wienerisch und Italienisch ohne Hemmungen aufeinanderprallen. Als Symphonieorchester entführten die Spatzen die Zuschauer auf eine wilde Fahrt in Johann Strauß‘ Schnellpolka „Vergnügungszug“ und das in einer brandneuen textlichen Bearbeitung in der die Koralmbahn schon geöffnet hatte. Im weiteren Verlauf verwandelte sich der Chor aber auch noch in schwedische Reigentänzer („Zum Tanze da geht ein Mädel“), steirische Gstanzlsänger („Alleweil kann man net lustig sein“), einen sowjetischen Kinderchor („Veselá Fuga“) und viele andere mehr. Doch an diesem Abend legte der Chor auch zweimal seinen Masken ab und gewährt Einblicke hinter die Kulissen, die es sonst nicht gibt. In „Die Chorprobe" werden die Intonations- und Tempoübungen selbst präsentiert, samt den zuweilen damit verbundenen Seufzern der Sänger („Wir sind nicht Sklaven, nur ein Chor!"). Und in „Die Stimmen“ geraten Bass, Tenor, Alt, Sopran und Bariton aneinander bis sie schließlich doch einsehen müssen: „Zusammen sind wir ein Chor, und der geht wirklich ins Ohr!" Übrigens wurde das Stück von einem langjährigen Chormitglied eigens für dieses Konzert komponiert – dessen Stimmlage verraten wir an dieser Stelle aber nicht. Apropos Rätsel: Der Floh, der das Konzert eröffnete, kehrte im Laufe des Abends noch einmal zurück. Aber wo? Aufmerksame Zuhörerinnen und Zuhörer haben ihn gefunden und durften ihn behalten. 
Klavier: Aleksey Vylegzhanin
Leitung: Ulrich Höhs