Grazer Keplerspatzen

Kommende Auftritte und Konzerte

Sonntag, 27. Oktober 2019
19.00 Uhr
Herz-Jesu Kirche, Graz

Paulus

Die Grazer Keplerspatzen präsentieren ein Meisterwerk der Oratorienliteratur von Felix Mendelssohn-Bartholdy – seinen Paulus. Im Zentrum dieses hochdramatischen Werkes stehen die biblische Figur des Paulus und seine zum Sprichwort gewordene Wandlung vom Saulus zum Paulus – vom anfänglichen Kritiker des Christentums zu einem ihrer wichtigsten Verfechter. Das Werk, in zwei Teile gegliedert, feierte schon in der damaligen Musikwelt einen durchschlagenden Erfolg und zählt bis heute zu den beliebtesten Werken Mendelssohns.

Den Auftrag zu seinem "Paulus" erhielt Mendelssohn 1833 vom Frankfurter Cäcilienverein. Die Arbeit am Oratorium, inspiriert von Bach und Händel, erstreckte sich über mehr als drei Jahre und war begleitet von ständigen Korrekturen und Revisionen bereits komponierter Teile. Die Uraufführung des "Paulus" fand im Mai 1836 in Düsseldorf unter Mendelssohns Leitung mit insgesamt 536 Musikern statt, davon 364 Chorsängern. Nach der überaus erfolgreichen Premiere trat das Werk einen beispielslosen Siegeszug durch die westliche Musikwelt an. Noch im selben Jahr folgten zahlreiche Aufführungen in Deutschland und England sowie bereits 1837 in den Vereinigten Staaten. Schnell wurde das Oratorium zu einem der populärsten Kirchenmusikwerke des 19. Jahrhunderts und Robert Schumann bezeichnete es als "Juwel der Gegenwart".
Sopran: Nicola Proksch
Altus: Friedolin Obersteiner
Tenor: Johannes Chum
Bass: Christoph Seidl

Girardi Ensemble Classique

Leitung: Ulrich Höhs

Einige Konzerte der vergangenen Jahre

26. September 2019 - Minoritensaal, Graz

einfach tierisch

Einfach tierisch ging es zu beim Chorkonzert der Grazer Keplerspatzen.

Vom Marienwürmchen (Johannes Brahms) bis zum Alten Marabu (Ingo Bredenbach) wurde alles besungen, was so kreucht, fleucht, fliegt oder schwimmt. Ob groß oder klein, Flossen oder Flügeln, alle waren sie dabei: So watschelten Pinguine (Herwig Reiter) und schwirrten Dorfschwalben (Josef Strauß) durch den Raum, mal brummten die Käfer (Richard Stauß) oder es miauten in der Vertonung von Gioachino Rossini zwei Katzen herzzerreißend (Soli: Moritz Fischer und Friedolin Obersteiner), dann juckte ein Floh (Erasmus Widmann) und nervte ein penetrantes Schwein (Ingo Bredenbach), es gackerte Ein Hennlein weiß (Antonius Scandellus) oder es schlief der Löwe im Dschungel (Solomon Linda), wenn er nicht gerade von Tückischen Mücken und anderen Tücken (Heinz Lemmermann) gestört wurde.
Schließlich lüfteten die Spatzen das Geheimnis, wer das Rennen in „The Hare and the Tortoise“ (Der Hase und die Schildkröte, nach einem über 2.500 Jahre alten Text in der Vertonung von Bob Chilcott) letztlich gewinnt, und verrieten, wie man eine Ameisen-Allemande, eine Marabu-Mazurka oder eine Chamäleon-Rumba (Cesar Bresgen) tanzt. Und Schuberts weithin bekanntes Kunstlied „Die Forelle“ wurde schlussendlich launig in unterschiedliche musikalische Epochen transferiert (Franz Schöggl).
Die Grazer Keplerspatzen sangen wie gewohnt unter der Leitung von Ulrich Höhs, am Klavier wurden sie begleitet von Aleksey Vylegzhanin.
Klavier: Aleksey Vylegzhanin

Leitung: Ulrich Höhs

26. Juni 2019 - Großer Kammersaal, Graz

Carl Orff: Carmina Burana

Das Werk hat seit seiner Uraufführung 1937 durchschlagende Erfolge verbucht und erfreut sich ungebremster Popularität beim Publikum. Es fasziniert durch seine mitreißenden, archaischen Rhythmen und seine mittelalterlichen Texte, wodurch sich die Zuhörer in eine ferne Vergangenheit versetzt fühlen, die geprägt war von Aberglauben und Endzeitstimmung, aber auch freudiger Lebensbejahung und derber Komik. Das Treiben der Menschen ist dabei fest in das Rad des Schicksals eingespannt, welches sich unerbittlich dreht und so über Wohl und Weh, Glück und Unglück der Menschen entscheidet. Ob König oder Lebemann, alle erwarten ihren Urteilsspruch durch Fortuna, der Göttin des Schicksals, und so gilt es, sie milde zu stimmen, bevor Tanz und Reigen beginnen. Die Anrufung der Göttin umspannt das eigentliche Treiben, welches aus Tänzen und Liedern, Trinkgelagen und Festen, sowie der Huldigung von Schönheit und Liebe besteht.

Die Grazer Keplerspatzen führten das Werk in der von Orff selbst erstellten Fassung für zwei Klaviere (Irina Maholetti & Anna Ulaieva) und Schlagwerk auf, wodurch dem Gesang noch mehr Gewicht als in der Orchesterfassung verliehen wurde. Die rhythmischen Kräfte entfesselte ein Schlagwerkensemble der Kunstuniversität Graz, und das Bläserensemble SoundINNBrass verlieh dem Ganzen strahlende Glanzpunkte. Die Solisten waren Thomas Weinhappel (Bariton), Theresa Dax (Sopran) und Gernot Heinrich (Tenor), alles unter der Leitung von Ulrich Höhs.
Grazer Keplerspatzen
SoundINNBrass
Irina Maholetti & Anna Ulaieva, Klavier

Thomas Weinhappel, Bariton
Theresa Dax, Sopran
Gernot Heinrich, Tenor

Leitung: Ulrich Höhs

25. Mai 2019 - Minoritensaal, Graz

Traumhaft

„Wie in einem Traum, überaus schön, fantastisch, übernatürlich, paradiesisch, unvergleichlich, wunderbar, fantastisch, toll…“

Ja all das kann „traumhaft“ bedeuten und das waren dann auch die Chorwerke, die die Grazer Keplerspatzen am 25 .Mai um 19.30 Uhr im Minoritensaal zum Besten gegeben haben.

So wurde im Programm vom Traum der portorikanischen Einwanderer in Amerika erzählt, ein selbstbestimmtes, zufriedenes Leben führen zu können (Leonard Bernstein: Somewhere / Tonight aus seinem Musical „West Side Story“), oder von der Sehnsucht des Glockentones Bam endlich die geliebte Glockentönin Bim zu treffen (Heinz Kratochwil „Bim Bam Bum“ nach einem Text von Christian Morgenstern).
Es beinhaltete die Ode für das traumhaft schöne Geburtstagsfest von Queen Mary zu ihrem 33.Geburtstag im Jahr 1694 von Henry Purcell, schwärmte von einer unvergleichlich schönen Gondelfahrt in Venedig im Mondlicht (Franz Schubert: „Der Gondelfahrer“) oder brachte eine wunderbare Huldigung auf den Mond („Ballade to the Moon“ von Daniel Elder).
„Gib mir Träume und ich werde sie wahrmachen“ sangen die Oberstimmenspatzen dann in „Give me wings“ von John Rutter.
Die Vision von „Because all me are brothers“ (die Melodie von Hans Leo Hassler in einem modernen Satz von Roger Emerson) sollte dagegen hoffentlich kein Traum geblieben sein.
Hold fast to dreams“ (Dave Brubeck) und „Beautiful Dreamer“ (Stehen C. Foster) waren weitere klare programmatische Statements.
Auch sehnten sich 16 junge Keplerspatzen in einem kleinen musikalischen Theater in 10 Aktionen danach, dass ihre grundlegenden Kinderrechte, wie von der UNESCO festgesetzt, tatsächlich einst zur weltumspannenden Lebenswirklichkeit werden mögen. (Christian Muthspiel: „Unsere Rechte“)

Ebenso präsentierten sich in diesem Konzert die Nachwuchsspatzen der ersten Klassen erstmals alleine der Öffentlichkeit und träumten dabei vom Sandmann („La Le Lu“ von Heimo Gaze), sehnten sich nach Gemütlichkeit („Probier´s mal mit Gemütlichkeit“ von Terry Gilkkyson) und dem größer werden („Wir werden immer größer“ von Birger Heymann).

Mit diesen und weiteren fantastischen Chorstücken luden die Grazer Keplerspatzen zum Mitträumen ein. Am Klavier wurden die Spatzen von Aleksey Vylegzhanin begleitet.
Grazer Keplerspatzen

Klavier: Aleksey Vylegzhanin

Leitung: Ulrich Höhs

7. April 2019 - Herz-Jesu Kirche, Graz

Cantata Memoria

CANTATA MEMORIA
(For the children) Karl Jenkins

CHICHESTER PSALMS
Leonard Bernstein

Der walisische Komponist Karl Jenkins schuf Im Jahr 2016, anlässlich des 50. Jahrestages der Tragödie von Aberfan/Wales, ein sehr eingängiges Werk für Chor und Orchester, das im Mittelpunkt des Konzertabends stand. Der Kohlebergbau stellte Mitte des vorigen Jahrhunderts eine wichtige Existenzgrundlage in Großbritannien dar. Aushubhalden wurden bedenkenlos auf den Hügeln über dem Dorf angelegt. Das Zusammenwirken von starken Regenfällen, die Existenz von unterirdischen Quellen und die Ignoranz von mahnenden Stimmen verursachten im Oktober 1966 eine Hangrutschung, die eine Verschüttung von 116 Kindern und 28 Erwachsenen mit sich brachte. Die schicksalhafte Tragödie und deren Nachwirkungen werden im Werk für großes Orchester, Bass- und Sopransoli, einem gemischten und einem "Young voices" Chor in Anlehnung an die walisische Volksmusik von Karl Jenkins eindrucksvoll zur Geltung gebracht. Mit einer Huldigung an die Kindheit, die symbolhaft vom Dunkel ins Licht führt und mit "Lux aeterna" (das ewige Licht), dem mittelalterlichen Text der Totenmesse, ist das Werk durchdrungen von Trost und Zuversicht.
Leonard Bernstein´s Chichester Psalms wurden 1965 uraufgeführt und nehmen Bezug auf seine jüdische Herkunft und Religion. Der Komponist hat den Text aus Psalmen mit eigenen Textanteilen ergänzt. Das dreiteilige, in hebräischer Sprache komponierte Werk war die tonale Reaktion auf vorhergehende atonale Kompositionsversuche. Rhythmische, dynamische und orchestrale Kontraste, wie das Wechselspiel der Harfe mit dem Orchester oder ein Knabensopransolo machen den Reiz des bei Chören als besonders anspruchsvoll geltenden Werkes aus.
Einleitend nahmen die Keplerspatzen an diesem Konzertabend mit „Reproaches“ von Daniel Elder, komponiert 2017, passend zum liturgischen Jahreskreis, auch auf das Passionsgeschehen Bezug. In diesem doppelchörigen Werk mit Orgel wird das aufrüttelnde Geschehen aus einer neuen Perspektive, aus der Sicht Jesu, erzählt. Mit dem oftmals zu Beginn des Werkes vorgetragenen „Answer me“, soll eine Antwort auf das existentielle „Warum?“ nahezu heraufbeschworen werden. Dieses schonungslose und dennoch mit einem friedlich-elegischen „Crux fidelis“ endende Kleinod kann durchaus auch als Reflexion auf das später erklingende Werk „Cantata memoria“ verstanden werden.
Unter der Leitung von Ulrich Höhs musizierten die Grazer Keplerspatzen und CHORÖSI (Leitung: Susanne Höhs) mit dem Orchester „Girardi ensemble classique“ (Konzertmeister: Harald M. Winkler) sowie hochklassigen Solisten. Alexander Grassauer beispielsweise gewann erst kürzlich den ersten Preis im Elina Garanca Gesangswettbewerb.
Grazer Keplerspatzen & ChoRösi
(Einstudierung: Susanne Höhs)

Girardi ensemble classique
Sopran: Katrin Targo
Bass: Alexander Grassauer

Leitung: Ulrich Höhs